Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul??
Aber: die Geschmäcker sind verschieden….

Bis zur letzten Sekunde an Heiligabend konnte der Schenkwillige lange Schlangen von Mitstreitern in Kauf- und Warenhäuser, im kleinen Laden um die Ecke und überhaupt in jedem geöffnetem Geschäft finden.

Das Strahlen in den Augen des Beschenkten ist dann die Belohnung dafür, dass ich die tiefsten Wünsche des beschenkten Menschen berührt habe. Aber was, wenn das Strahlen ausbleibt oder mir ein aufgesetztes Lächeln entgegen kommt.

Darf ich als Beschenkter denn überhaupt sagen, dass mir das Geschenk nicht gefällt? Klar, denn wenn ich nichts sage, denkt der Schenker vielleicht doch, dass es mir gefällt und ich erhalte bei der nächsten Festlichkeit etwas Ähnliches.

Wichtig: ähnlich wie beim "Nein-Sagen", gibt es psychologisch betrachtet einige Punkte zu beachten. Wie es im Psychologischen Training zur sozialen Kompetenz vermittelt wird, ist es von Bedeutung, dem Gegenüber klar und deutlich zu sagen, was ich denke und fühle. Dabei will ich den anderen natürlich nicht verletzen oder beleidigen, daher sind Schimpfworte und abfällige Bemerkungen natürlich out. Am Besten liefere ich eine passende, kurze Begründung, aber keine Rechtfertigung.

Wenn ich also mit viel Einfühlungsvermögen und Verständnis einen Geschenke-Umtausch vorschlage, wird auch der Schenker einverstanden sein. Denn letztlich zählt doch die Erkenntnis, dass die sinnvolle Befriedigung von Bedürfnissen in der Regel in den menschlichen Beziehungen liegt - und dass nicht nur zur Weihnachtszeit.

© Dezember 2003: Dipl.-Psych. Regina Lessenthin
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