Kinderkopfschmerzen

"Die Katzen machen mich wieder gesund"

Alles für die Frau (13.05.2006, S. 29)
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Kopfschmerzen bei Kindern

Heilberufe (Heft 7/2004, S. 42-43)
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Mit bunten Gedanken den Schmerz besiegen

Marbacher Zeitung (12. Juni 2003)
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Mit Köpfchen gegen Kinderkopfweh

Sonntag Aktuell (20. April 2003)
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Wer glaubt, chronischer Kopfschmerz sei nur eine Krankheit der Erwachsenen, der irrt. Es herrschte lange die Meinung, dass Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen kaum eine Rolle spielen würden. Vor 40 Jahren haben lediglich 45 % aller Schulabgänger unter Kopfschmerzen gelitten.
Heute ist bekannt, dass bereits Säuglinge unter Kopfschmerzen leiden können. Mit der Einschulung steigen Kopfschmerzen drastisch an: 39 % der Kinder im 1. Schuljahr kennen Kopfschmerzen, 5,7 % der 7jährigen erfüllen bereits alle medizinischen Kriterien einer Migräne.
Auf alle Altersklassen bezogen erleben 91 % aller Schülerinnen und Schüler Kopfschmerzen, 52 % als Spannungskopfschmerzen, 12 % als Migräne. Beim Erstauftreten spielen Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen in der Regel keine Rolle, was sich jedoch mit zunehmenden Alter zu einem deutlichen Überwiegen der Mädchen ändert.

Insgesamt gibt es viele Arten von Kopfschmerzen und damit auch verschiedene Ursachen. Grundsätzlich ist es wichtig, zunächst die medizinische Seite zu betrachten. Verursacher für Kinderkopfschmerzen können vielfältige organische Erkrankungen sein, z.B. Erkältungskrankheiten, Mandelentzündungen, Nasennebenhöhlenvereiterungen, Zahnprobleme, Fehlsichtigkeit, Kopfverletzungen, Hirnhautentzündungen, Hirntumore. Besonders wenn ein Kind apathisch wirkt und andere körperliche Symptome zeigt, ist die sofortige ärztliche Kontaktaufnahme notwendig.

Wenn Kinder über längere Zeit an Kopfschmerzen leiden und keine konkreten organischen Ursachen festgestellt werden können, muss von einer seelischen Verursachung ausgegangen werden. Die häufigsten Kopfschmerztypen sind der Spannungskopfschmerz und die Migräne.

Kennzeichen für eine Migräne sind Schmerzattacken von 2-48stündiger Dauer (bei Kindern häufig eher kürzer). Der einseitige, pulsierende Kopfschmerz macht körperliche Aktivitäten meist unmöglich (auch Spielen). Die Attacken werden begleitet von einer Reihe an Nebensymptomen: Übelkeit, Erbrechen, Bauchweh, Schwindel, Augenzittern, Sehstörungen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, manchmal auch Gefühlsstörungen in Armen und Beinen.

Spannungskopfschmerzen treten episodisch auf, dauern 30 Minuten bis 7 Tage. Die Kinder klagen über einen beidseitigen, nicht pulsierenden, sondern drückenden, ziehenden Schmerz. In der Regel treten keine oder nur wenige Nebensymptome auf, die Schmerzen werden durch körperliche Aktivitäten nicht verstärkt.

Über die Ursachen dieser Kopfschmerztypen wird intensiv diskutiert. Es werden bei der Migräne verstärkt allergische und entzündliche Prozesse angenommen, aber auch bei Spannungskopfschmerzen werden Störungen bestimmter Nervenfunktionen betrachtet. Entscheidend ist aber, dass es neben diesen Ursachen auch immer bestimmte Auslöser für Kopfschmerzen gibt.

Von Kindern werden selbst als mögliche Auslöser genannt: Autofahren, Änderung des Schlaf- und Ernährungsrhythmus, Computer, Fernsehen, Stress und Ärger in der Schule oder Familie, plötzlicher Wetterwechsel, Angst (vor Klassenarbeiten, etc.), traurige und enttäuschende Situationen, Süßigkeiten. Von psychologischer Seite sind auch das heutige Freizeitverhalten (zu viele Freizeitaktivitäten, zu wenige Freiräume, zu wenig Bewegung) der Kinder, mangelnde Selbstbestimmung in der sozialen Gemeinschaft und Unsicherheitsgefühle in Schule und Familie zu betrachten. Um die speziellen Auslöser kennen zu lernen und einschätzen zu können, empfiehlt sich das Führen eines Kopfschmerztagebuches.

Wenn die Kopfschmerzen erst einmal da sind, entsteht ein sich selbst aufrechterhaltender Kreislauf. Die Befürchtung, dass Kopfschmerzen wiederkommen können, führen zu einem ständigen Kreisen der Gedanken und Gefühle um das Thema Kopfschmerzen. Angst und negative Gefühle verstärken sich, diese können wiederum Auslöser für die nächsten Kopfschmerzen sein. Und die Kopfschmerzen selbst können ebenfalls zu Verspannungen führen, die gleichfalls die nächsten Kopfschmerzen auslösen. Und zu allem Übel können Kopfschmerzen auch durch Medikamente ausgelöst und verstärkt werden, insbesondere durch so genannte Kombinationspräparate.

Bevor zu Medikamenten gegriffen wird, helfen oft einfache Maßnahmen: Ruhe und Entspannungsphasen, kalte Abreibungen im Kopf- und Nackenbereich, Dehnungs- und Kräftigungsübungen der Schulter- und Nackenmuskulatur, Erkennen der eigenen Stresssituationen, Stressbewältigung und Zeitmanagement. Den steigenden Anforderungen des Alltags sollte ein gleiches Maß an Lachen und optimistischer Lebenseinstellung gegenübergestellt sein. Zu berücksichtigen sind auch Ernährungsfaktoren, eine so genannte "Auslass-Diät" kann helfen. Dabei soll im Wesentlichen auf Milch- und Milchprodukte, Fertignahrung, Schokolade, Konservierungsstoffe und künstliche Farbstoffe und Zucker verzichtet werden.
Als Maßnahme, sowohl präventiv als auch rehabilitierend, sollte eine konsequente Gesundheitserziehung der Kinder im Vordergrund stehen. Und schlussendlich: Spezielles Wissen zur Kopfschmerzbehandlung und -vermeidung scheint eine große Bedeutung in der Verhinderung von Drogenabhängigkeit bei Kindern zu haben.

Empfehlungen für Eltern: Schmerzen sind subjektiv. Stellen Sie die Kopfschmerzen Ihres Kindes nicht in Frage. Ermutigen Sie Ihr Kind, seine normalen Aktivitäten beibehalten, es sei denn der Kopfschmerz ist zu stark. Zeigen Sie Ihrem Kind Entspannungsübungen und begleiten Sie eine regelmäßige Durchführung mit Lob. Überprüfen Sie, dass Ihr Kind genügend Freizeit hat und bieten Sie ein gutes Vorbild im Umgang mit Stress und Medikamenten.

Die Techniker Krankenkasse (TK) setzt die aktuellen Erkenntnisse bei der Bewältigung von Kopfschmerzen bei Kindern in ihren Kursen "Stopp den Kopfschmerz - ein Training für Kinder und Jugendliche" um. Ziel des Trainings ist die Kompetenz zur Selbsthilfe. Die Schüler lernen spielerisch, was bei Kopfschmerzen zu tun ist und wie ihnen vorgebeugt werden kann. Für interessierte Eltern wird im Vorfeld ein Informationsabend angeboten.
Die TK-Geschäftsstellen in der Region Stuttgart nehmen Anfragen von Eltern entgegen und informieren über das Kursangebot im zweiten Halbjahr 2002. Die Telefonnummer der zuständigen Geschäftsstelle kann unter
01802-85 85 85 montags bis freitags von 7 bis 22 Uhr erfragt werden (das Gespräch kostet 6 Cent). Sie können diese Daten aber auch unter http://www.tk-online.de/lv-badenwuerttemberg im Internet abrufen. Soweit bekannt, sind dort auch die jeweiligen Termine und weitere Informationen zum Trainingsprogramm der TK eingestellt.

© Diplom-Psychologin Regina Lessenthin

Dieser Artikel wurde veröffentlicht unter:
Luftballon, Die Elternzeitung der Region Stuttgart, 5. Jahrgang, Heft 6, Juli/August 2002
http://www.elternzeitung-luftballon.de
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